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Impulse von Pfarrer Sebastian Latsch

Gedanken zur Fastenzeit 2022

Sonntag, 06. März 2022

In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt.


Wer Gott heute sucht, wird ähnliche Erfahrungen machen wie Jesus im Evangelium des 1. Fastensonntags (Mt 4, 1-11). Unsere Welt ist reich an lebensfeindlichen Orten, an denen der Glaube auf die Probe gestellt wird. Wir müssen nicht ans Ende der Welt reisen: Zwei Flugstunden genügen, um einen Ort zu finden, an dem ein Krieg herrscht, der durch entfesselte Gier nach Macht und Einfluss entbrannt ist.


- All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst. - ...das ist die Stimme des Versuchers.

Wie viele Herrscher hat diese Erde bereits gesehen, die dieser Stimme erlegen sind und ganze Reiche und Völker in den Abgrund führten. Als Jesus diese Stimme hört, antwortet er:

- Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen. -


Wo Menschen vergessen, dass über ihnen ein noch Mächtigerer thront, und nicht mehr wissen wollen, dass alles Irdische vor dem Gericht des Himmels bestehen muss, da schlägt die Versuchung der Macht zu: Der Mensch glaubt, wie Gott zu sein, Herr über Leben und Tod.


Die Erfahrung von Macht, Krieg und Leid ist eine humanitäre Herausforderung und für uns Christen darüber hinaus eine geistliche. Wir werden den Stimmen der Welt (und ihres Versuchers) antworten müssen, so wie Jesus geantwortet hatte.


Geben wir Jesus die Gelegenheit, unser Begleiter zu sein, dann werden wir Gottes Nähe nicht verlieren, sondern im Gegenteil neu erfahren. Komme was da wolle.


Pfr. Sebastian Latsch



Mittwoch, 09. März 2022

Und Gott sah ihr Verhalten; er sah, dass sie umkehrten
und sich von ihren bösen Taten abwandten. (Jona 3,10a)


Viele Verhandler für den Frieden gab es in dem sich abzeichnenden Konflikt zwischen Russland und der Ukraine. Die Masse an Verhandlungen und die Versuche, den Despoten Waldimir Putin von seinem Kriegsvorhaben gegen die Menschen in der Ukraine abzubringen, waren immens und die Gespräche werden weiter fortgesetzt. Auf einen Weg der Umkehr hat sich Putin jedoch nicht begeben.


Auch jetzt, nachdem der Krieg mit allen katastrophalen Folgen für so viele Menschen in der Ukraine, aber auch in Russland und anderen Ländern, stoppt er die militärische Gewalt nicht - im Gegenteil: Die Zerstörungen im zivilen Bereich der Ukraine werden immer massiver.—


Die Geschichte vom Propheten Jona - Tageslesung vom heutigen Tag – erzählt von Gottes Treue gegen untreue Menschen. Die Geduld Gottes mit dem Volk Ninive ist groß, aber nicht unendlich. Er schickt den Propheten Jona nach Ninive. Aber selbst dieser möchte als Gottes Unterhändler nicht nach Ninive gehen.


Als er schließlich doch Gottes Botschaft der Umkehr verkündet, passiert das Erstaunliche:

Die Menschen besinnen sich, fasten und ändern ihr Leben. Viele der Gesandten, die versucht haben, den kriegerischen Überfall der Ukraine auf dem Verhandlungsweg zu verhindern, werden sich wie Jona gefragt haben: „Weshalb musst du ausgerechnet mich in die Höhle des Löwen schicken?“


Wie in der Weltpolitik im Großen so gibt es auch in unserem persönlichen Alltag Situationen, in denen wir uns davor drücken wollen, durch unser Eintreten für Frieden und Versöhnung selbst angreifbar zu werden. Wie das Volk Ninive haben wir aber selbst die Chance gerade in der Fastenzeit den Weg der Umkehr von eigenem Fehlverhalten zu beschreiten.


Beten wir gemeinsam in diesen Tagen für Wladimir Putin und für unser eigenes Leben: für die Umkehr zum Guten und den Frieden in der Welt und in uns selbst.


Diakon Ewald Vogel

Pastoralverbund Kleinheiligkreuz



Mittwoch, 16. März 2022

Klagezeit – dem Schmerz eine Stimme geben.


In der heutigen Lesung beklagt der Prophet Jeremia sein Schicksal. „Meine Feinde sagten: Kommt, lasst uns gegen Jeremia Pläne schmieden! […] Kommt, wir wollen ihn mit seinen eigenen Worten schlagen und Acht geben auf alles, was er sagt.“ (Jer 18, 18)


Über seine Misserfolge und Anfeindungen spricht er zu Gott und bittet um das helfende Eingreifen Gottes. Dem Schmerz eine Stimme geben, bewirkt bei Jeremia eine Wendung. Er kann die Angst überwinden und Ruhe wiederfinden. So kann er hoffnungsvoll danach sagen: „Gib du, Herr, acht auf mich.“ (Jer 18, 19)


Dieses Bedürfnis zu klagen hat seine Berechtigung angesichts der vielen Probleme und Sorgen, die uns derzeit umtreiben, angefangen bei der Krise der Kirche nach dem sexuellen Missbrauch, über die sozialen Spannungen in unserer Gesellschaft nach zwei Jahren Corona-Pandemie sowie Angst vor einem atomaren Krieg, seitdem der verheerende Krieg in der Ukraine begonnen hat. Die Bilder der Zerstörung und der Flüchtlingsströme machen uns fassungslos und verstärken den Klageschrei über die sinnlose Gewalt.


Klagen ist auch für glaubende Menschen durchaus erlaubt. Das beste Beispiel sind die heutigen Worte des Propheten Jeremias. Ein ganzes Buch der Bibel steht unter der Überschrift „Klagelieder“. Wir alle erleben Leid, Ohnmacht und Ratlosigkeit in unserem Leben. Warum erlauben wir uns nicht diesem Schmerz in der Klage eine Stimme zu geben?


Ich finde, dass wir uns grundsätzlich schwer damit tun die Bedrängnisse auszusprechen. Stattdessen suchen wir viel lieber Schuldige, die wir anklagen können. Wenn sich kein Mensch als Schuldiger benennen lässt, dann wird Gott für schuldig gehalten, weil er dieses oder jenes zugelassen habe. Wir klagen an, aber wir haben verlernt zu klagen. Allerdings heißt Klagen nicht das alltägliche Gemecker mancher Leute, bei denen das Klagen zu einer schlechten Angewohnheit geworden ist. Sie jammern auch dann, wenn sie eigentlich keinen Anlass dazu haben. Sie klagen, wenn sie beim Arzt zu lange warten müssen oder weil, das Essen nicht schmeckt. Der Mensch darf klagen, wenn er wirklich Grund zum Klagen hat, weil sein normales bisheriges Leben zerstört wird, seine Hoffnung durch Krankheit zerschlagen wird oder er an eigene Belastungsgrenzen kommt.


Richtig klagen zu können, ist also sehr wichtig und bei Gott willkommen. Wo unsere Trauer und Verletzungen verdrängt werden, wo wir verlernt haben zu klagen, dort bekommt der Schmerz keine Stimme. Wenn man Leid, Enttäuschung und Frustration vor Gott herauslässt, da finden wir in einer neuen Weise zu uns selbst und auch zu Gott. Meine Klage bringt mich Gott näher. Für ihn bringt meine Klage die Nachricht mit: Dieser Mensch vertraut mir!


Diakon Wojtek Gofryk,

Pastoralverbund Kleinheiligkreuz



Mittwoch, 23. März 2022

Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet. (Micha 6,8a)


Jetzt ist die Halbzeit der Fastenzeit. Sind Sie auch mit Vorsätzen in diese Zeit gestartet? Haben Sie Ihre Fastenvorsätze umgesetzt oder diese inzwischen aufgegeben? Viele Menschen sind offen für Fastenvorhaben.


Als Kinder haben wir oft auf Süßigkeiten verzichtet. Bei den Erwachsenen ist der Verzicht auf Nikotin und Alkohol immer noch aktuell. Für wieder andere steht eine Zeit mit reduziertem Konsum von Fernsehen oder sozialen Medien im Vordergrund. Andere Menschen nehmen sich eine geringere Nutzung von Handy und Auto vor. Es gibt viele weitere Möglichkeiten für einen solchen Verzicht.


Dahinter steckt die Hoffnung auf einen Gewinn, der uns guttun soll. Was aber ist gut für uns, gerade dann, wenn wir unser Leben vor Gott in den Blick nehmen? Die Bibel gibt uns darauf natürlich Antworten. Da denken Sie sicherlich an die 10 Gebote. Auch im Alten Testament, im Buch des Propheten Micha finden wir eine Aufforderung und Anleitung: „Es ist dir gesagt worden, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: Nichts anderes als dies: Recht tun, Güte und Treue lieben, in Ehrfurcht den Weg gehen mit deinem Gott“ (Mi.6,8).


Der Bibelvers ist einfach und klar und dennoch eine große Herausforderung. Recht tun: Im Alltag das Rechte tun, an geltendes Recht und Gesetz halten, bei der Arbeit, in der Gemeinschaft und auch gegenüber dem Staat. Güte lieben: Den Anderen spüren lassen, dass ich es gut mit ihm meine, was auch kommen mag. Treue lieben: Auf Dauer verbunden sein mit anderen Menschen, in der Familie, in Freundschaft, in der Ehe.


Mir gefällt daran besonders, dass die Fastenzeit nicht nur als eine Zeit des Verzichtes, sondern als eine Zeit mit Blick auf die Menschen um uns herum, in den Fokus genommen wird. Nicht nur verzichten sondern Gutes tun. Beispiele: Mitmenschen ein aufrichtendes, aufmunterndes und ermutigendes Wort sagen. Den Mut aufbringen in einem Streit mit einer Geste der Versöhnung den ersten Schritt zu wagen. Und das muss natürlich noch dazukommen: Unsere Beziehung zu Gott pflegen.


Fastenzeit ist eben mehr als beim Essen zu fasten. Die entscheidende Frage: Wie kann ich meinem Dasein mehr Leben geben? Wie kann ich mich menschlicher und herzlicher verhalten? Wie kann mein Leben noch mehr glücken und gelingen? Wie kann ich die Botschaft Jesu noch besser leben und verbreiten? Was ist eigentlich das Wesentliche in meinem Leben? Mein Vorschlag für einen (weiteren) Vorsatz für die Restfastenzeit: „Nehmen Sie sich Zeit, diesen Fragen nachzugehen!“


Diakon Michael Friedrich
Pastoralverbund Kleinheiligkreuz



Mittwoch, 30. März 2022

„Wer von Euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie.“ (Joh 8,7)


Jemanden mit Steinen zu bewerfen ist sicherlich für jeden von uns in der Jetzt-Zeit ein Ding der Unmöglichkeit. Das macht doch keiner! Und doch war in früheren Zeiten und bei radikal islamistischen Gruppierungen, wie dem IS, bis heute, die Steinigung eine gerechtfertigte Strafe für Vergehen. Zur Zeit Jesu war die Steinigung die Strafe, unter anderem, für Ehebruch.


Nun brachte man zu Jesus eine Frau, die in flagranti beim Ehebruch ertappt hatte – die Folge, zur Erinnerung – Steinigung. Jesus lässt sich nicht herausfordern, er bleibt cool und schreibt etwas auf den Erdboden. Und auf die Frage, wie er dazu steht, wie sein Urteil ist, kommt der berühmte Satz: wer von Euch ohne Sünde ist, werfe als Erster einen Stein auf sie. — Komisch, keiner warf einen Stein. Ihnen war wohl etwas ins Bewusstsein gerückt worden, was sie vorher, sagen wir mal, verdrängt hatten.


Und wie ist das mit den Steineschmeißern heute? An jeder Ecke gibt es sie. Die Menschen, die andere beurteilen, vorverurteilen, aburteilen und so unbarmherzig mit ihnen ins Gericht gehen. Die Webseiten, Blogs, sozialen Netzwerke oder Internetforen sind voll von sog. „hate speeches“ – Hassreden. Die Steigerungen, dessen was da geschrieben wird, sind abstoßend, entwürdigend und sehr oft unter der Gürtellinie jeglichen Geschmacks.


Jesus hält den Steineschmeißern von damals und heute einen Spiegel vor. Wer von Euch ohne Sünde ist… die Menschen damals sahen in den Spiegel und gingen weg. Ihnen war etwas bewusst geworden, allen voran den Ältesten. Aber sehen wir heute noch in diesen Spiegel? Erkennen wir die Aufforderung, die dahintersteht? – Schau erst einmal bei Dir nach, ob bei Dir alles in Ordnung ist, bevor Du über andere urteilst.


Urteile sind meist schnell gefasst, einer Meinung über einen anderen Menschen wird sich oft sehr schnell angeschlossen, oft genug vorschnell… Die Selbstreflexion, das Nachdenken über sich selbst, unterbleibt zumeist. Oft genug sind diejenigen die sich am lautesten bei einem Thema über andere Menschen mokieren, diejenigen die das gleiche oder ein ähnliches Problem als „Leiche“ im Keller haben. Oder anders: „Der Dicke findet immer noch einen der dicker ist, über den er sich aufregen kann.“


Wir befinden uns in der zweiten Hälfte der Fastenzeit. Ich darf ungeschminkt in den Spiegel Jesu schauen und mich fragen: Wo bin ich in meinem Leben falsch abgebogen? Wo habe ich falsche Wege beschritten, die es zu verlassen gilt? Was kann ich tun, damit ich dem Beispiel Jesu besser und aufrichtiger folgen kann?


Jesus selbst macht es vor: „Auch ich verurteile Dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr.“ Das sind doch gleich zwei hervorragende Vorsätze, die wir fassen können: Wir versuchen Menschen nicht zu beurteilen, vorzuverurteilen oder gar abzuurteilen. Wir versuchen nicht mehr zu sündigen, im Kleinen, wie im Großen.


Dann wird die Welt garantiert um uns herum wenigstens ein wenig besser und wir können beruhigt
Ostern entgegengehen!


Joachim Hartel
Pfarrer und Moderator
Pastoralverbund Kleinheiligkreuz



Mittwoch, 06. April 2022

Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave den Menschen gleich.“ (Phil 2,6-7a)


Am kommenden Sonntag, dem Palmsonntag , eröffnen wir die heilige Woche. Sie ist gleichzeitig vom Einzug Jesu in Jerusalem und von der Erzählung seines Leidens und Sterbens geprägt.


Der Palmsonntag erinnert an den Einzug Jesu in Jerusalem. Den „Hosanna“ -Rufen der Menschen folgten schon bald die "Kreuzige-ihn"-Rufe. Doch Jesus erfüllt nicht die "menschlichen oder politischen" Erwartungen. Das Reich, das er errichtet und für das er eintritt und sogar sein Leben am Karfreitag hingibt, ist nicht von dieser Welt. In der zweiten Lesung des Palm-sonntages aus dem Philipperbrief (2,6-11) heißt es:


„Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht da-ran fest, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave den Menschen gleich. Er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod am Kreuz.“


Jesus hat Menschengestalt angenommen und ist unser Bruder geworden. Bis zu seinem Tod hat er wie alle Menschen gelebt. So wie Du und ich. — Wenn wir geboren werden, freuen sich alle und es ertönt ebenfalls in verschiedenen Ausdrucksformen der Willkommens- und Jubelruf "Hosanna". Durch unsere Taufe werden wir hineingenommen in Jesu und seine Liebe zu uns. Jesu Leben und Wirken soll uns Vorbild und Maßstab sein.


Am Gründonnerstag erfahren die Jünger zusammen mit Jesus die Einsetzung der Eucharistie als Quelle und Höhepunkt kirchlichen Lebens. — In unserem Lebenslauf gibt es auch sehr viele Höhepunkte, welche aber nicht nur im gemeinsamen Feiern und Mahl halten bestehen soll. Die Fußwaschung erinnert uns daran, dass Gottesdienst ohne den Dienst am Nächsten nicht den Vorstellungen Jesu entspricht. Nicht das Materielle, das Haben, das Sein, macht uns unbedingt glücklich. Gerade im Umgang mit meinen Mitmenschen, mit alten Menschen, Flücht-lingen und den Schwachen unserer Gesellschaft ist ein Lächeln der Menschen mein Baustein zur Errichtung des Reiches Gottes und zu meinem "wirklichen" Glücklichsein. Danach wird uns die Passion verinnerlicht.


Jesus hat seinem Vater vertraut und sein Schicksal angenommen bis zum Tod am Kreuz. Kann ich mein "Lebensschicksal" annehmen? Meinen Lebensweg mit all seinen Höhen und Tiefen?


Kann ich wie Jesus mein Leben vertrauensvoll in die Hand des Vaters legen?


In dem Vertrauen, dass er alles, auch meine irdischen Leiden und Entbehrungen zum Guten führen wird?


Unsere Bestimmung ist die Ewigkeit bei Gott unserem Vater. Der Weg dorthin führt bei Jesus über das Kreuz und seine Auferstehung. Kann ich mein persönliches Kreuz auf mich nehmen und meinem Vater vertrauen, um so in Ewigkeit für immer bei ihm zu sein?


Diakon Markus Hildebrand
Pastoralverbund Kleinheiligkreuz



Mittwoch, 13. April 2022

Seelische Narben

Viele Menschen haben im Leben tiefe seelische Verwundungen erlitten. Diese Wunden haben Narben hinterlassen. Ungern denken wir an diese Verletzungen zurück. Der Gedanke daran, schmerzt noch immer.


Vielleicht hat mich jemand mit Worten tief verletzt. Vielleicht hat mich jemand blamiert und Schande über mich gebracht. Vielleicht bin ich unrecht behandelt worden.


All das trifft Menschen tief. Es ist schwer solche Erfahrungen zu vergessen und abzuhaken. Nicht selten kommen sie wieder hoch und nagen an unserer Seele. Es will einfach kein Gras darüber wachsen. Da hilft kein Überspielen und kein Übertünchen.


Was tun? Was tun, wenn die Wunde verheilt, aber die hässliche Narbe bleibt? Was tun, wenn
ich zwar vergeben, aber nicht vergessen kann?


Menschlich gesehen, ist da nicht viel zu machen. Aber christlich gesehen, tut sich eine Tür auf. Wenn wir die Belastung auf unseren Schultern spüren, unser Kreuz, dann können wir unsere Narben in Gottes Hände legen und vielleicht an die Worte der heutigen Lesung aus dem Buch Jesaja denken: „Doch Gott der Herr, wird mir helfen; […] Er, der mich freispricht, ist nahe.“ (Jes 50, 7-8)


Jesus hat sein Kreuz zugleich getragen und überwunden. Zusammen mit ihm können auch wir unser Kreuz tragen, können wir unseren Schmerz überwinden. Er ist an unserer Seite. Die Karwoche lädt dazu ein, gerade für die Menschen zu beten, die in uns diesen Schmerz ausgelöst haben. Wir können Gott bitten, barmherzig mit den Verantwortlichen umzugehen. Als Jesus gekreuzigt wird, betet er: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23, 34)


Das ist die Höchstform christlicher Vergebung.


Gemeindereferentin Kristin Hirsch
Pastoralverbund Kleinheiligkreuz


Mittwoch, 20. April 2022

"Jesus lebt, mit ihm auch ich!"
(Gotteslob der kath. Bistümer, Nr. 336)


Dieses sehr beschwingte und relativ neue Lied aus dem Gesangbuch verdeutlicht gut den Grund, warum wir uns frohe Ostern wünschen.


Bei der Auferstehung Jesu von den Toten handelt es sich nicht um die einmalige Geschichte eines bevorteilten "Göttersohnes". Anders als in den heidnischen Religionen und Götterverehrungen ist unser Gott ein Gott der Nähe, des Interesses und der echten Liebe. Gott schickt seinen Sohn nicht aus Belustigung oder für eine Prüfung auf die Erde, sondern weil er uns Menschen, seine Geschöpfe, wirklich liebt.


Jesus ist damit, anders als beispielsweise die göttlichen Kinder griechischer Gottheiten, kein in Schwierigkeiten geratenes göttliches Kind, welches aus einer misslichen Lage befreit werden muss. Jesus hat einen konkreten Auftrag, der nicht erst an Ostern beginnt, sondern bereits an Weihnachten, mit seiner Geburt in der Krippe.


Jesus ist damit nicht, wie etwa die griechische Mythengestalt Odyseus, ziel- und planlos auf einer göttlichen Mission unterwegs. Gottes Plan hat Hand und Fuss - Auftrag und Ziel - UND dieser Plan hat etwas mit uns Menschen zu tun!


Anders als bei den heidnischen Göttererzählungen, ist die "göttliche Mission Jesu" nicht nur eine mythische Erzählung, sondern eine wahre Begebenheit, die sich sogar teilweise historisch nachweisen lässt. Die Auferstehung Jesu ist wirklich passiert und sie ist eben nicht nur an Jesus "ausnahmsweise" geschehen. Jesus hat mit seiner Auferstehung einen himmlischen Präzedenzfall geschaffen, der uns alle retten wird.


Die Botschaft von Ostern ist somit eigentlich recht einfach: Weil Jesus lebt, leb auch ich - "Tod wo sind nun deine Schrecken. Er lebt und wird auch mich, von den Toten auferwecken."


Frohe Ostern weiterhin!


Gemeindereferent Pascal Silbermann
Pastoralverbund Kleinheiligkreuz