Pfarrbriefe


Messdienerplan


Lektoren- und Kantorenplan


Wir sind für Sie da!

Richard-Müller-Schule berät über ihre Bildungsangebote

 

Förderkreis Kirche

 

 


 

Deutsche Bischofskonferenz




 
Auf den Spuren des Hl. Bonifatius

Blankenau auf der Bonifatiusroute


 

Die Glocken von Blankenau


 

Impuls, Lesung und Evangelium des Tages

Lesen Sie die aktuellen liturgischen Texte und Tagesimpulse. 


 

Wie man glücklich wird




Wirken der kroatischen Franziskanerpatres im Pastoralverbund Kleinheiligkreuz

 


 

Aktuelles aus dem Bistum

 




 

Bonifatiusbote

Aktuelles

Impulse von Pfarrteam des Pastoralverbundes Kleinheiligkreuz

Gedanken zur Advents- und Weihnachtszeit 2022/23

Mittwoch, 11. Januar 2023

"Die Getauften und ihre Charismen sind der eigentliche Reichtum der Kirche"

(Die deutschen Bischöfe 2015 "Gemeinsam Kirche sein")


Es gibt in unserem Da-sein Tage die für uns eine besondere Bedeutung haben. Dies sind meistens der Geburtstag, Namenstag, Hochzeitstag, Todestag eines Kindes, des Ehepartners oder der Eltern. Der Tag des ersten Kennenlernens, des Heiratsantrages, der erste gemeinsame Urlaub und weitere Tage die uns wichtig sind.— Letzten Sonntag haben wir die "Taufe des Herrn" gefeiert.


Unser Geburtsdatum wissen wir. Aber ist mir auch mein Taufdatum bekannt? Welche Bedeutung hat für mich meine Taufe? Schön, dass wir in der Kirche Tage wie "Taufe des Herrn" begehen und wir angeregt werden über die Bedeutung der Taufe für unser Leben nachzudenken. Durch das Sakrament der Taufe werden wir Menschen der Kirche zugehörig, zu einer Wohnung Gottes im Geiste (Eph 2,22), zu einer königlichen Priesterschaft und einem heiligen Volk (1Petr 2,9).


Die Taufe ist das sakramentale Band das alle zusammenhält, die dieses Zeichen empfangen haben. Der Taufspender hat uns bei der Taufe mit Chrisam gesalbt: Ein unauslöschliches Merkmal, das uns nicht genommen werden kann. Hierbei hat er gesprochen: „Der allmächtige Gott […] hat dir aus dem Wasser und dem Heiligen Geist neues Leben geschenkt. Aufgenommen in das Volk Gottes wirst du nun mit dem heiligen Chrisam gesalbt, damit du für immer ein Glied Christi bleibst, der Priester, König und Prophet ist in Ewigkeit.“


Durch die Taufe haben wir das "allgemeine Priestertum" erhalten. Dies dürfen wir uns bewusst machen. Es lohnt sich darüber nachzudenken, welch hohe Würde uns durch die Taufe zuteilwird: Gott hat uns in der Taufe als seine geliebten Töchter und Söhne angenommen und uns seinen Geist geschenkt. In der Kraft dieses Geistes sollen wir unser Leben gestalten.


In „Evangelii gaudium“ sagt Papst Franziskus: „Kraft der empfangenen Taufe ist jedes Mitglied des Gottesvolkes ein missionarischer Jünger geworden". Aufgrund der Taufe sind wir zur Ver-kündigung berufen. Verkündigung zeigt sich schon darin, wie Christen mit sich selbst, miteinander und mit ihrer Umwelt umgehen. Auch uns ist es aufgegeben, die Botschaft der Freude zu bringen. Wir dürfen erfahren wie der "Geist Gottes" in uns wirkt.


In unserer Kirche gibt es alleine schon durch die größeren Seelsorgeeinheiten Veränderungen. Es tut gut zu sehen, wie in unserem Pastoralverbund Kleinheiligkreuz Menschen zusammenstehen, sich wohlwollend an diesem Veränderungsprozess beteiligen und persönlich einbringen. Bei vielen Menschen und in den verschiedenen Gremien ist eine Geschwisterlichkeit, ein „Miteinander" spürbar. Fragen wir uns selbst, wo wir unsere Charismen einbringen können zum gemeinsamen Aufbau unserer Kirche. Hierzu sind wir durch die Kraft unserer Taufe berufen.


Markus Hildebrand

Diakon

Pastoralverbund Kleinheiligkreuz


Mittwoch, 04. Januar 2023

„So da sind die Weihnachten auch so gut wie vorbei“

(Heinz Becker, alias Gerd Dudenhöfer)

Alles was einen Anfang hat, das hat auch ein Ende. So lernen wir es im berühmten Faschingsschlager „Alles hat ein Ende nur die…“. So ist es auch mit der Weihnachtszeit. In den meisten Geschäften und auf öffentlichen Plätzen ist Weihnachten schon seit über einer Woche vorbei, aber in der Kirche braucht alles dann doch ein wenig länger. In dieser Woche feiern wir das Hochfest der Erscheinung des Herren oder einfacher gesagt: das Dreikönigsfest.


Für die Kirche endet Weihnachten nicht mit dem letzten Festessen am zweiten Feiertag und auch nicht mit dem Resteessen ein bis zwei Tage später. Eine ganze Woche feiert die Kirche in der gleichen festlichen Freude das Hochfest der Geburt des Herren und hängt an diese Festwoche noch einige Feste und Gedenktage hintendran. Das Fest der Heiligen Drei Könige ist dabei das wichtigste Fest, welches wir in dieser Zeit noch feiern dürfen. Das Dreikönigsfest knüpft dabei an die biblische Erzählung auf dem Matthäusevangelium an, wo es heißt, dass Sterndeuter aus einem fernen Land, dem Morgenland im Osten, das Jesus Kind aufsuchen wollten, um ihm die Ehre zu erweisen. Für die theologische Bedeutung dieses Festes ist jedoch nicht der genaue Reiseverlauf oder die Identität der hohen Besucher wichtig. Wichtiger ist die Erinnerung daran, dass Jesus sowohl den einfachen Leuten (repräsentiert durch die Hirten), als auch den gebildeten Leuten (repräsentiert durch die Sterndeuter), also ALLEN Menschen auf der Welt als Heiland geboren worden ist.


ABER was bleibt von all dem, wenn Weihnachten jetzt endgültig vorbei ist?


„So da sind die Weihnachten auch so gut wie vorbei.“ Diesen Satz spricht jedes Jahr Heinz Becker im Heiligabend-Sketch „Alle Jahre wieder“ am Ende der Bescherung. Während ihm am Heiligabend seine Frau Hilde noch vehement widerspricht, würde sie ihrem Mann am Ende des Dreikönigsfestes wohl zustimmen. Als weihnachtlich geprägter Mensch, möchte ich an diese Aussage zumindest ein ABER setzen. Korrekt ist, am Sonntag nach dem 6. Januar endet auch in der Kirche die große weihnachtliche Festzeit, aber unsere Tradition kennt ja nach wie vor das wirklich aller-, allerletzte weihnachtliche Fest am 2. Februar: MARIA LICHTMESS.


Doch egal wann Weihnachten nun offiziell vorbei ist: Ich wünsche Euch und mir, dass wir den Kern des weihnachtlichen Festgeheimnisses, nämlich GOTTES NÄHE ZU ALLEN MENSCHEN, das ganze Jahr hindurch spüren und nicht vergessen. Die Nähe Gottes endet nicht mit einem Datum und auch nicht mit einem liturgischen Fest. Gott bleibt den Menschen das ganze Jahr über Nahe und verlässt uns nicht.

Ein frohes und gesegnetes Dreikönigsfest!


Pascal Silbermann

Gemeindereferent

Pastoralverbund Kleinheiligkreuz


Mittwoch, 28. Dezember 2022

Unschuldige Kinder brauchen Rechte!

Wenige Tage nach Weihnachten begeht die Kirche am 28. Dezember das Fest der Unschuldigen Kinder. Noch während wir uns über die Geburt Jesu freuen, erinnert uns dieses Fest daran, dass Jesus ein Zeichen ist, dem widersprochen wird. Auf die Fröhlichkeit über das neugeborene Kind, das in einer Krippe liegt, folgt sehr schnell die Tötung von vielen unschuldigen Kindern. Es sind die Kinder Bethlehems, die als erste ihr Leben lassen mussten für den neugeborenen Heiland der Welt. Neben Verehrung der Hirten und der drei Könige stehen an der Wiege des Christkindes Feindlichkeit und Verfolgung.


Das erwählte Kind ist vom Bösen bedroht. Eine ähnliche Tragödie ereignet sich heutzutage hinsichtlich der Abtreibung der Ungeborenen. Mitte Dezember 2022 hat das Statistische Bundesamt in Wiesbaden den erneuten Anstieg der Abtreibungszahlen in allen drei Quartalen dieses Jahres bekannt gegeben. Besonders schockierend ist der Sprung nach oben auf 16,7 % im dritten Vierteljahr. Eine derartige Zunahme der Abtreibungen hat es in Deutschland seit Jahrzehnten nicht gegeben. Als Christen müssen wir unsere Stimme laut für die Menschenrechte der ungeborenen Kinder erheben. Die Bundesvorsitzende der Aktion Lebensrecht für Alle (ALfA) e.V., Cornelia Kaminski sagt: „Wenn der Schutz des Lebens

ungeborener Kinder, zu dem die Verfassung den Gesetzgeber nachdrücklich verpflichtet, kein bloßes Lippenbekenntnis bleiben soll, dann kann es kein ‚weiter so‘ der Regierungsverantwortlichen geben – und schon gar keine weitere Aufweichung des Lebensschutzes.“


Was bedeutet dieses Fest für mein Leben?

Eine angemessene Antwort, um die heiligen unschuldigen Kinder zu ehren und ebenso den Herrn, könnte lauten: auch mein Leben soll ein Lobhymnus an Gott, nicht durch das Wort, sondern durch die Tat sein. Dieses Fest fordert uns heute auf die Klage um die Kinder, die in Kriegen sterben, auf der Flucht um Ihr Leben sind, denen Schulbildung verwehrt wird, weil sie arbeiten müssen; die verwahrlost sind, die missbraucht werden, die getötet werden, noch bevor sie geboren werden, nicht leise zu verstummen.


In unseren Gemeinden werden an diesem Tag, die Kinder, sowie deren Eltern gesegnet. Feiern Sie also

mit uns am 28. Dezember die große Würde der Kinder und bitten darum, dass die Rechte der Kinder überall geachtet werden.


Diakon Wojtek Gofryk

Pastoralverbund Kleinheiligkreuz


Mittwoch, 21. Dezember 2022

Überall laufen die Vorbereitungen zum Fest. Es ist kurz vor Weihnachten. Überraschungen

werden ausgedacht, die Geschenke schon mal eingepackt, der Weihnachtsbaum ist

gekauft. Vielerorts macht sich Hetzte breit, weil trotzdem noch vieles nicht vorbereitet ist

und der große Einkauf vor Weihnachten auch noch erledigt werden muss. Unsere Zeit ist

schnelllebig. Eben noch haben wird die erste Kerze am Adventskranz entzündet und nun

brennt in dieser Woche schon die vierte Kerze. Läuft uns die Zeit davon?


Oft sind wir in unseren Momenten schon einen Schritt voraus. Alles was wir tun, versuchen

wir möglichst schnell zu tun, um dieses dann wieder schnell abhaken zu können.

Ein Kind hat deshalb zu Recht gefragt: „Mama, warum muss eigentlich immer alles

schnell gehen?“


Morgens soll ich schnell aufstehen und mich schnell anziehen. Dann schnell Frühstücken

und anschließend fahren wir schnell in den Kindergarten. Wenn du mich aus dem Kindergarten

abholst, soll ich mich beeilen, weil wir noch schnell was einkaufen und dann noch

schnell bei Oma und Opa vorbeifahren. Dann noch schnell Abendessen, Zähne putzen und

dann beim Schlafanzug anziehen bloß nicht trödeln.


Sag mal Mama, wenn alles immer so schnell gehen muss. Ist das Leben dann nicht auch

schnell vorbei?


Vielleicht würden uns unsere Großeltern daraufhin antworten: „Könnte ich mein Leben

noch einmal von vorn beginnen, würde ich nicht so perfekt sein wollen. Ich würde im

Herbst die bunten Blätter in die Luft werfen und mich im Winter bei Schneeballschlachten

austoben. Ich würde mich im Advent nicht dem Kaufrausch hingeben, sondern würde vielmehr

den Zauber des Advents spüren und mich vorbereiten auf die Ankunft des Herrn.

Ich würde mich öfter klein machen, um andere zu trösten und zu umarmen. Ich würde

ganz einfach mehr Mensch sein!


Und etwas ganz Ähnliches ereignet sich Weihnachten. Gott wird Mensch. Er lässt sich zu

uns herab, er macht sich klein. Gott geht so zusagen vor uns in die Knie. Ganz bescheiden

liegt das Jesuskind in einer einfachen Krippe. Das Drumherum ist nicht perfekt, alles ohne

viel Glitzer und Prunk.


Jesus wird aber nicht nur in diesem anspruchslosen Stall geboren. Er wird auch dort geborgen,

wo wir es am wenigsten vermuten: Mitten in unserem Leben, mitten in jedem einzelnen

Herz. Angelus Silesius hat das einmal sehr treffend so formuliert: „Und wäre

Christus tausendmal in Bethlehem geboren, und nicht in dir: Du bliebest doch in alle

Ewigkeit verloren.“ Dieses Kind möchte in dir Herberge finden und sich breitmachen. Geben

wir dem neugeborenen Jesus an Weihnachten dazu die Möglichkeit. Laden wir das

Kind in der Krippe zu uns ein und schenken ihm Raum und Zeit. Denn „die Geburt Jesu in

Betlehem ist keine einmalige Geschichte, sondern ein Geschenk, das immer

bleibt.“ (Martin Luther)


Gemeindereferentin Kristin Hirsch,

Pastoralverbund Kleinheiligkreuz

Mittwoch, 14. Dezember 2022

Weihnachten mit der Welt

Wie schaut der weihnachtliche Schmuck in Ihrem Haus und in ihrem Dorf aus? Bei uns in Hosenfeld wird die Pracht vergangener Jahre nicht erreicht. Viele Menschen sparen mit Blick auf die Lage in der Welt bewusst ein. Die Stichworte dazu: Energie sparen und hohe Preise! Auch wir als Familie verzichten in diesem Jahr bewusst auf eine adventliche Außenbeleuchtung. Stattdessen brennen an den Abenden lediglich die Kerzen auf dem Adventskranz. Ein schönes Zeichen, von Woche zu Woche wird es heller, bis am Heiligabend, mit dem dann mit vielen Kerzen erleuchteten Weihnachtsbaum das Licht in die Welt kommt, Jesus Christus selbst. In diesem Jahr können wir dieses Zeichen des immer heller werdenden Lichtes bis zu seinem Höhepunkt am Fest der Geburt des Herrn sehr bewusst erleben. Und anstelle der künstlichen Beleuchtung von Wegen und Geschäften sollte eine andere Form von Licht erzeugt werden: Herzensenergie, unter dem Motto „Wir strahlen selbst“, nicht die Glühbirnen oder LEDs.


Trotz aller guten Vorsätze kommen die Feiertage doch wieder jedes Jahr „zu früh“. Oft bringen aber gerade jene Situationen die besten Pläne durcheinander, in denen genau jene Qualitäten gebraucht werden, die wir Weihnachten im Allgemeinen zuschreiben. Ganz plötzlich wird irgendwo Liebe not-wendig, zu einer Zeit, die eigentlich zum Putzen geplant war. Weil Jesus aber in die Herzen hineingeboren wird, werden seine Augen schmutzige Fußböden übersehen.


Seine Eltern „haben auch andere Sorgen“: Sie werden jede einzelne Familie auf dem Planeten im Blick haben, denen irgendetwas zum Glücklichsein fehlt, an Nahrung, Wasser, Sicherheit, Geborgenheit, innerer und äußerer Wärme, Glaube und Hoffnung. Menschen aller Religionen wünschen sich und brauchen dasselbe. Wir Christen sind privilegiert, dass wir daran glauben dürfen, dass Gott Mensch wird.

Wobei sich die Frage stellt, wer diese frohe Botschaft leichter annehmen kann. Soldaten im Krieg und deren Angehörige zuhause, Bewohner von Flüchtlingslagern, deren Leid nicht gleichzeitig gelindert wird, oder Menschen, die schon in der äußeren Überfülle leben.


Weihnachten kann die Basis für „Himmel auf Erden“ sein. Für jeden persönlich, wenn man das Wunder ins Herz sinken lassen kann, und für die Menschheit, wenn dann auch Taten folgen.


Daher zwei Vorschläge für den persönlichen Weg zur Krippe nach Bethlehem, für die letzten Tage des Advents:

- Überlege einmal, was ist mein Licht im Dunklen? (und dann dafür heftig danken!)

- Und: Werde für einen anderen Menschen Licht im Dunkel!


Diakon Michael Friedrich

Pastoralverbund Kleinheiligkreuz

Mittwoch, 07. Dezember 2022

Freuet euch allezeit!

Mit einem großen Lobgesang auf die Freude endet die IX. Sinfonie Ludwig van Beethovens. Friedrich Schillers Ode „An die Freude“ ist der Text zu diesem Hymnus. Die Freude wird darin als göttlicher Funke beschrieben, der alle Kreaturen belebt. Der ganze Kreis der Schöpfung wird besungen: Von der Lust des Wurmes in der Erde bis hin zur seligen Schau des Erzengels, der vor Gott steht.


Von einem Menschen, den Unglück heimgesucht und Traurigkeit niedergebeugt hat, sagt man: Er hat nichts zu lachen. Vor Traurigkeit und Schicksalsschlägen sind auch Christen nicht gefeit. Und dennoch haben wir einen Grund zur Freude, weil wir darauf vertrauen dürfen, dass Gott mit uns ist, dass er uns nahegekommen ist und uns in seinem Sohn immer nahe bleiben wird. Aus dieser Quelle hat der Apostel Paulus Kraft und Hoffnung geschöpft. Der Gemeinde von Philippi schrieb er aus dem Gefängnis: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe“ (Phil 4,4f.).


Dieses Wort des heiligen Paulus ist das Leitmotiv der Liturgie vom dritten Sonntag im Advent. Die Christen der ersten Generation erwarteten die baldige Wiederkunft Christi und in ihrer Konsequenz einen neuen Himmel und eine neue Erde. Doch die Christenheit musste erkennen, dass ein nahes Ende der Zeit nicht in Gottes Willen liegt.


Der Christus, der gestern gelebt hat und der morgen wiederkommen wird, ist aber heute schon da. Er begleitet die Kirche auf ihrem Weg, wie der zunächst fremde Wanderer mit den Jüngern nach Emmaus ging. „Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, der ist und der war und der kommen wird, sei mit Euch“ lautet daher ein liturgischer Ruf.


Mit den Worten „Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium“ spricht Schiller die Freude an, die wie ein Gewürz das Leben bereichern soll. Für die Glaubenden ist diese Freude ein Funken jenes göttlichen Lichts, das Christus in die Welt gebracht hat. Seine Botschaft trägt daher den Namen „Evangelium“, das heißt „Frohe Botschaft“.


Christliche Freude wird in dieser Welt aber immer nur Vorfreude auf etwas sein, das größer ist als alles jetzt Erlebte. Zu seinen Jüngern (und damit auch zu uns!) sagt Jesus über die Freude am Ende des langen Advents der Geschichte: „…ich werde euch wieder sehen, dann wird euer Herz sich freuen, und niemand nimmt euch eure Freude“ (Joh 16,22).


Pfarrer Sebastian Latsch

Pastoralverbund Kleinheiligkreuz

Mittwoch, 30. November 2022

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt....

Nun hat sie tatsächlich begonnen, die Adventszeit. Wir warten noch auf richtig winterliches Wetter, das eine Einstimmung auf Weihnachten eigentlich leichter ermöglichen sollte. Bewusst einen Gang runterschalten, nicht wegen des Schnees und Eises, nein, wegen der Vorbereitung. Aber auf was bereiten wir uns eigentlich vor?


„Auf Weihnachten!“, werden viele ganz automatisch antworten. Dann wird gleich von dem Fest, den Geschenken, dem Essen und natürlich den entsprechenden Vorbereitungen die Rede sein. Ruhe, Gelassenheit, Vorfreude? Bei vielen Menschen eher Fehlanzeige.


Trotz allem, was uns treibt, dürfen wir nicht die Stimme von Johannes dem Täufer überhören: „Bereitet den Weg des Herrn! Macht gerade seine Straßen!“ - Tausalz und Schneepflug brauchen wir dafür genau-so wenig, wie Bagger und Planierraupe oder Teermaschine, wie sie das ganze Jahr z.B. in Großenlüder im Einsatz sind und waren. Nein, wir brauchen dazu etwas ganz anderes: Offene Ohren für seine Botschaft, die helfen uns den Weg für Gott zu ebnen. Aber auch ein offenes Herz, welches gerne gibt… Und vor allem Zeiten der Ruhe, des Ungestörtseins. Das gehört zu einer echten Vorbereitungszeit dazu.


Im Advent jagt ein Termin den anderen: Nikolausfeier hier, Weihnachtsfeier da, wie soll man da zur Ruhe kommen? Genau aus diesem Grund wurden diese Zeiten der Vorbereitung früher auch bewusst als stille Zeiten eingehalten. Weihnachten und die Weihnachtszeit beginnt mit dem Heiligen Abend und endet erst am Sonntag nach dem Fest der heiligen drei Könige, am Sonntag der Taufe des Herrn. In der Zwischenzeit kann ausgiebig Weihnachten gefeiert werden.


Und was machen viele? Sie feiern Weihnachten im Advent. Und wenn das Geburtsfest Jesu gefeiert werden kann, wird alsbald der Baum aus dem Haus geschafft, weil er ja schon seit dem Advent steht und nicht mehr schön ist. Wer bitte schön feiert eigentlich seinen eigenen Geburtstag vor? Ich denke, wenn wir die Vorbereitungszeit gut nutzen, kann die Freude am Fest der Geburt unseres Erlösers umso größer sein.


Was bleibt also tatsächlich zu tun, um dem Weg des Herrn zu bereiten? Ich denke, da haben wir gute Möglichkeiten: es werden Frühschichten angeboten, die uns wertvolle Impulse in dieser Zeit mit auf den Weg geben, Adventsandachten möchten uns auf die kommende Geburt Jesu und seine Menschwerdung einstimmen und auch in den sonntäglichen Gottesdiensten wird uns das Warum der Menschwerdung Gottes vor Augen geführt und die Konsequenzen, die wir als glaubende Menschen daraus ziehen sollen. Gerade die Person Johannes des Täufers gewinnt dabei Kontur und stellt den Übergang von Verheißung zur Erfüllung dar. Darüber hinaus gibt es viele Bücher mit Geschichten rund um das Weihnachtsfest, die unsere Herzen anrühren dürfen. Jesus begegnen können wir auch in den Menschen, die mit uns auf der Suche nach Erfüllung sind. Bereiten wir uns also in aller Stille auf das Fest vor. Und so wie die Lichter am Adventskranz heller leuchten, von Sonntag zu Sonntag, darf auch die Freude von Tag zu Tag zunehmen.


Joachim Hartel
Pfarrer und Moderator
Pastoralverbund Kleinheiligkreuz

Mittwoch, 23. November 2022

Advent - Warten! Auf was?

Gut vier Wochen sind es von heute an bis Weihnachten. Ein Fest für alle Sinne: Lichter, Sterne, Musik, Düfte, Weihnachtstee, Plätzchen …


Es gibt Vieles, auf das wir uns freuen können im Zusammenhang mit dem Weihnachtsfest. Sicher ist auch Einiges dabei, auf das Du dich besonders freust.


Dabei fällt es uns schwer, abzuwarten. So viele Symbole, die mit Weihnachten in Zusammenhang stehen, begegnen uns schon seit Ende der Sommerferien. Weihnachtsmärkte haben bereits in den letzten Wochen vor dem Ersten Advent ihren Betrieb aufgenommen.


Es gerät aus dem Blick, auf was wir eigentlich warten. Wenn es im Evangelium vom kommenden Sonntag, dem ersten Tag, der tatsächlich zum Advent gehört, lesen: „Darum haltet euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. (MT 24,44)“, so scheint mir die Frage der rechten Zeit eher die geringste Unstimmigkeit zu sein. Eigentlich ist für die meisten unserer Mitmenschen die Feier der Ankunft von Jesus Christus, dem Menschensohn, im Zusammenhang mit dem Advent und dem Weihnachtsfest komplett abhandengekommen. Ein kleiner Funke göttlicher Nähe ist noch in manchen in den Assoziationen wie „Fest der Liebe“, „Frieden auf Erden“ und dem Besuch einer Kirche zu einem Weihnachtskonzert oder zum Gottesdienst erkennbar.


Auf was wartest Du im Advent? Hast Du dich schon auf deinen Weg hin zu Weihnachten begeben?


Spätestens am kommenden Sonntag solltest Du innerlich starten, dich auf deine Begegnung mit Jesus Christus vorzubereiten. Dabei ist die Vorbereitung nicht die äußerliche Geschäftigkeit mit Plätzchenbacken, Geschenkekauf oder Wohnungsdekoration. Die Vorbereitung passiert innen in deinem Kopf, im Herzen und in deiner Haltung zu Advent und Weihnachten.


Wer sich auf einen Weg macht, sollte wissen, wohin er gehen möchte, damit er auch weiß, wann er angekommen ist. Was ist dein Ziel, an dem Du bis Weihnachten ankommen willst?


Ganz entfernt solltest Du den Stall mit der Krippe schon anvisieren, dann …


Diakon Ewald Vogel

Pastoralverbund Kleinheiligkreuz