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Restaurierung der Alten Schule

Kirchliche Denkmalpflege im Bistum Fulda, S. 449 bis 453, Jürgen Krieg und Jörg Kirsten

Krieg, Jürgen; Kirsten, Jörg: Blankenau, Pfarrheim „Alte Schule", Auszug aus „Archiv für mittelalterliche Kirchengeschichte“, 65. Jahrgang 2013, S. 449 bis 453

Umnutzung, Außen- und Innensanierung

Blankenau befindet sich im Westen des Landkreises Fulda unmittelbar an der Grenze zum Vogelsbergkreis. Geografisch liegt das Dorf an den östlichen Ausläufern des Vogelsberges zum Fuldaer Graben, der die Rhön und den Vogelsberg voneinander trennt. Der Ort ist zweifelsohne der geschichtsträchtigste in der Gesamtgemeinde Hosenfeld. Erstmals erwähnt wurde Blankenau in einer Urkunde zur Zerstörung der Burg derer von Blankenwald im Jahre 1264. 1268 wurde ein Frauenkloster gegründet, welches man „Blankenau" nannte und das mit Zisterzienserinnen besetzt wurde. Im Namen „blanke Au" helles Tal, lat. clara vallis hallt auch der Name einer der zisterziensischen Primarabteien, Clairvaux in Frankreich, wider. 1276 gewährte der Würzburger Fürstbischof Berthold Il. von Sternberg einen Ablass zugunsten des Blankenauer Klosters. Im Bauernkrieg 1525 wurden Klosterkirche und Klosterbau, der sich auf der Südseite der Kirche befand, fast zerstört. Nach 300 Jahren des Bestehens starb das Kloster im Jahre 1579 aus, da der Nachwuchs aus den während der Reformation meist evangelisch gewordenen buchonischen Adelsgeschlechtern ausblieb. Um 1600 wurde Blankenau in eine Propstei umgewandelt, die 1802 infolge der Säkularisation aufgelöst wurde. Heute wird die ehemalige Kloster- und Propsteikirche als katholische Pfarrkirche genutzt.

Wie das Gebäude der „Alten Schule" zur Zeit des Klosters und der Propstei genutzt wurde, ist nicht bekannt. Lediglich die Erkenntnisse der bauhistorischen Untersuchung, wie z. B. das Vorhandensein eines Saales mit großen Fenstern im Obergeschoss, lässt eine entsprechende Bedeutung erahnen. Um 1908 erfolgte ein Aus- und Umbau des Gebäudes (östlicher Teil) zu einer Schule mit Schulsaal und Lehrerwohnung. Hierbei wurde der Grundriss des Erdgeschosses stark verändert. Unter anderem wurden der Fußboden tiefer gelegt und die Fenster vergrößert. Zur Altersbestimmung wurden an der Dachtragkonstruktion (Eichenholz) sowie an den Deckenunterzügen im Erdgeschoss dendrochronologische Untersuchungen durchgeführt. Nach Ergebnis der Proben konnte ein Baudatum im Erdgeschoss um 1630 ermittelt werden; die Dachkonstruktion (Sparren mit Dachbalken) stammt aus dem Jahr 1519. Im Dachgeschoss sind am Ostgiebel horizontale Gesimse und zweibahnige Fensteröffnungen erkennbar. Hieraus lässt sich schließen, dass der Ostgiebel ehemals freistehend war und später das barocke Propsteischloss (um 1700), das jetzige Pfarrhaus, angebaut wurde. Ein ähnliches Bild lässt sich an der im Westen anschließenden Haushälfte (einem anderen Besitzer gehörig) erkennen, sodass die heute verschiedenen Gebäudehälften ursprünglich eine Einheit gebildet haben müssen.

Das Dachtragwerk ist ein zweistöckiges Kehlbalkendach mit zweifach liegendem Stuhl. Es weist sechs Bindergespärre mit jeweils drei dazwischen liegenden Leergespärren auf. Größtenteils sind die Sparren, Kehlbalken und Druckriegel aus Eichenholz; die Stuhlsäulen und Stuhlrähme aus Nadelholz. Die in den Bindergespärren angeordneten Andreaskreuze stammen nicht aus der Originalbauzeit, sondern wurden nachträglich eingebaut. Der obere Dachbereich lässt eine gänzlich andere Systematik der Abbundzeichen als der untere Bereich erkennen. Die unterschiedlichen Abbundzeichen auf den Bindergespärren sind zwar nachvollziehbar und systematisch, jedoch sind die Abbundzeichen auf den Sparren sehr unregelmäßig angeordnet. Deshalb ist zu vermuten, dass das Dachtragwerk in früherer Zeit entweder vollständig oder zum überwiegenden Teil auseinandergenommen und unter Verwendung vieler Alt-, aber auch einiger Neuteile neu aufgebaut wurde.

Die Außenwände bestehen aus massivem zweischaligem Bruchsteinmauerwerk in einer Stärke von bis zu ca. 70 cm, außen- und innenseitig flächig verputzt. Bei den vorhandenen Innenwänden handelt es sich größtenteils um Fachwerkkonstruktionen aus Eichenholz, welche an die massiven Außenwände gestoßen sind. Die Geschossdecken sind als Holzbalkendecken mit Lehmwickelfüllungen ausgebildet. Die Deckenbalken verlaufen in Nord Südrichtung, welche auf Holzunterzüge (Abmessungen 45 x 50 cm) aus Eiche aufgelagert sind.
Im Oktober 2006 wurden restauratorische Voruntersuchungen an den Innenwand- und Deckenflächen anhand von Sondierungsöffnungen vorgenommen. Bedingt durch eine Vielzahl von Eingriffen, baulichen Veränderungen und Umgestaltungen konnten nur partiell in einigen Räumen historische Fassungsreste lokalisiert werden. Im Erdgeschoss konnte an der Innenseite einer Außenwand ein grauer Sockelanstrich mit schwarzer Konturlinie festgestellt werden, welcher dem auslaufenden 17. oder beginnenden 18. Jahrhundert zugeordnet werden konnte. Diese Befundsituation wurde ebenfalls an der Gebäudetrenn¬wand zum Pfarrhaus an einer freigelegten Mauernische (ehemalige Türöffnung) festgestellt. An der Geschossdecke des Eingangsflures sind die vorhandenen Gefachfüllungen der Decke gegenüber den Deckenbalken zurückgesetzt, sodass hieraus zu schließen ist, dass die Deckenbalken ursprünglich sichtbar ausgebildet waren.

Im Obergeschoss konnte in mehreren Räumen ein rötlicher Sockelanstrich mit einer ca. 1 cm breiten schwarzen Konturlinie lokalisiert werden. Dem Sockelanstrich ist ein gebrochen weißer bis beige farbiger Kalkanstrich auf den mit Lehm verputzten Wandflächen zuzuordnen. An der ehemaligen Außenwand der Ostseite wurden die vorhandenen, verputzten Mauernischen freigelegt, in denen profilierte Fensterrahmungen aus Naturstein vorgefunden wurden. Die Natursteinflächen der Fensterrahmungen wiesen einen rötlichen Anstrich analog zum Farbton des Sockelanstriches auf. An den Fensterrahmungen waren Fragmente eines vermutlich umlaufenden schwarzen Begleitstriches festgestellt worden. Die Laibungsfläche des Segmentbogens (Sturzbereich der Fensternische) ließ ähnliche Farbfassungen bzw. Farbabfolgen erkennen. Im Obergeschoss befand sich eine Innentür aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit aufwendig gearbeiteten Verzierungen (Intarsien in der Türrahmung) und einem flachen Dreiecksgiebel. Über den bauzeitlichen Einbauort der Tür konnte keine Aussage getroffen werden.

Durch Feuchtigkeit war vor allem die Deckenkonstruktion des Kellergeschosses abgängig. Ein Erhalt der Decke schien nicht möglich, da sämtliche Eisenträger der Kappendecke im Auflagerbereich nahezu vollständig weggerostet waren. Die Holzbalkendecke des Erdgeschosses wies in Teilbereichen gravierende Schäden auf. Durch das Einwirken von Feuchtigkeit waren in zwei Räumen (oberhalb dieser Räume befand sich ein Bad) die Auflagerbereiche der Holzbalken geschädigt bzw. wiesen nur geringe Auflagertiefen auf. Zudem wurde ein umfangreicher Myzelbewuchs des Echten Hausschwammes entdeckt.

Durch die Umbauten zur Schule im Jahr 1908 wurde die Tragstruktur so verändert, dass die historischen Deckenbalken mehrfach überlastet waren. Im oberen Bereich der Außenwände im Anschluss an die Traufe zeigten sich durch die Schädigungen am Dachtragwerk starke Verformungen. An der Südseite waren im Traufbereich der Außenwand eine starke Ausbeulung sowie umfangreiche Risse und Hohlstellen erkennbar. Teilbereiche der Innenwände des Erdgeschosses waren besonders im Bereich der unteren Fachwerk¬schwelle durch Feuchtigkeit geschädigt. Durch die früheren Umbauten lagen die Schwellen unterhalb des Fußbodenniveaus, was zu den vorgefundenen Schäden führte.

Nach Vorliegen der einzelnen Untersuchungsergebnisse konnte die Konzeption der geplanten Nutzung und deren Umsetzung für die gewünschten Räumlichkeiten erarbeitet werden. Das Gebäude sollte für die Kirchengemeinde als Pfarrheim folgende Räumlichkeiten beherbergen: ein Besprechungsraum (z. B. für Verwaltungsratssitzungen, Kommunion¬unterricht, Jugendgruppen etc.), ein Gemeindesaal, eine Teeküche und Sanitärräume.
Für die gewünschten Räumlichkeiten war das Gebäude zu groß, sodass schon vor Beginn der Planungen klar wurde, dass das Gebäude in seiner Nutzung zu teilen ist.

Das Gebäude liegt an der „Bonifatiusroute", und so kommen Pilger nach Blankenau, die Übernachtungsmöglichkeiten suchen. Deshalb entschloss sich die Kirchengemeinde, den vorerst ungenutzt belassenen Gebäudeteil im folgenden Jahr zu Räumlichkeiten auszubauen, in denen Jugendliche und Pilger übernachten und verweilen können. Ein Gemeinschaftsraum, Bettenlager und Waschmöglichkeiten sollen hierfür eingerichtet werden. Diese Nutzung ist ohne substanzmindernden Eingriff zu realisieren.

Eine umfassende Analyse des Dachtragwerkes ergab, dass eine dauerhafte Konsolidierung der Dachbalken nur möglich wäre, wenn alle späteren Zusätze entfernt und das ursprüngliche, stark geschädigte Gefüge wiederhergestellt würden. Jeder einzelne Dachbalken musste somit repariert und wieder an die ebenfalls zu reparierenden Sparrenpaare bzw. Gebinde angeschlossen werden.

Um eine kraftschlüssige Ableitung der Lasten auf das Außenmauerwerk zu gewährleisten, wurden die Mauerschwellen des gesamten Gebäudes wieder eingebaut. Das stark verformte Außenmauerwerk wurde durch eine flächenhafte Vernadelung, die aufgrund der durch die Verformungen entstandenen großen Hohlstellen mit speziellen Strumpfankern hergestellt wurde, gesichert. Reparaturen am Mauerwerksgefüge erfolgten mit Sandsteinen. Der be¬stehende Plattenbelag auf der Dachbalkenebene aus Tonfliesen konnte wieder eingebaut werden.

Da durch die Rückführung in den Grundriss der Erbauungszeit die Tragfähigkeit der Decken¬balken ohne zusätzliche statische Maßnahmen wiederhergestellt war, konnte der Reparatureingriff an den Deckenbalken auf ein Minimum reduziert werden. Es wurden lediglich die durch die lange Überbelastung entstandenen Schäden, die teilweise zum Bruch von Deckenbalken geführt hatten, repariert.

Im Erdgeschoss waren viele historische Innenwände im Schwellenbereich stark zerstört. Hier mussten Reparaturen des Fachwerksgefüges unter möglichst großem Erhalt der Gefache und Oberflächen durchgeführt werden. Dies erfolgte durch gezielte und dem jeweiligen Zustand angepasste Reparaturmaßnahmen. Alle nicht mehr vorhandenen Gefachfüllungen in den Decken und Wänden wurden gemäß den erhaltenen Originalpartien mit historischen Materialien (Lehmwickel, Lehmsteine) geschlossen.

Nach der erfolgten Mauerwerkssicherung und Ergänzung wurde der später angebrachte, zementhaltige Außenputz gänzlich abgenommen und die Fassade mit einem reinen Kalkputz neu verputzt. Als Anstrich kam ein reiner Silikatanstrich (Purkristalat) zum Einsatz. Da im Dachgeschoss des Pfarrhauses der originale Giebel des Gebäudes erhalten blieb, konnte ein Farbabgriff der historischen Wand und Gewändefassung erfolgen und die Fassade exakt in diesem Farbton ausgeführt werden.

Im Inneren wurden alle später eingebauten, zementhaltigen Putzoberflächen vorsichtig entfernt und mit neuem Lehmputz geschlossen. Historische Putzflächen wurden zuvor analysiert und gesichert, sodass diese erhalten bleiben; zum Teil konnten die historischen Farbschichten in die Neufläche eingebunden werden. Der Neuanstrich erfolgte ausschließlich nach der vorgefundenen Befundlage mit reinem Sumpfkalk. Historische Oberflächen wurden lediglich gereinigt und partiell retuschiert.

Aus der Bauzeit des Gebäudes waren keine Fenster mehr vorhanden. Es gab lediglich acht Fensterrahmen vom Ende des 18. Jahrhunderts aus Eiche. Alle anderen Fenster wurden beim Schulumbau im Jahr 1908 durch neue Fenster ersetzt und waren abgängig. Die acht historischen Fensterrahmen konnten durch partielle Ergänzungen und Reparaturen wieder instand gesetzt und mit reiner Leinölfarbe gefasst werden. Die restlichen Fenster wurden nach diesem Vorbild, allerdings mit Isolierverglasungen versehen, aus Eiche gefertigt und ebenfalls in Leinölfarbe gefasst. Historische Türen wurden sorgfältig und substanzschonend instand gesetzt und wieder eingebaut. Neue Türen, Wände und Einbauten, wie z. B. die neue notwendige Treppe, wurden so gestaltet, dass sie einerseits mit dem Gesamteindruck des historischen Bestandes harmonieren und sich andererseits deutlich in Materialwahl, Oberflächengestaltung und Farbigkeit abgrenzen. Diese Abgrenzung dient als „optische Hilfe" und lässt die erfolgten Umänderungen erkennen. So wurden neue Wände, auch wenn sie wieder zur Rückführung auf den bauzeitlichen Grundriss an ursprünglichem Ort eingebaut wurden zwar in Holzkonstruktion erstellt, aber glatt mit Platten verkleidet. So hebt sich die Oberfläche von der bewegten Lehmfläche des Bestandes ab.

Architekten: Krieg + Warth, Eichenzell
Schadensanalyse und Tragwerksplanung: IHB Thümmler, Mackenzell

Mauerwerkssicherung: Fa. Claus Ellenberger Bau GmbH, Herleshausen

Innenputzarbeiten: Fa. Nüthen Restaurierungen, Erfurt; Fa. Hessler Kraft, Schlitz
Restauratorische Arbeiten: Fa. A. & H. Bolst Fulda

Zimmererarbeiten: Fa. Denkmalplan, Körner

Schreinerarbeiten: Fa. J. Schmelz, Herbstein-Stockhausen