Förderung von Jugend-Partnerschaften

Förderung von Jugend-Partnerschaften - Die Mischung macht’s!

 

Die Mischung macht’s!  - Radsport und gesunde Ernährung unter Berücksichtigung der Sicherheit im Straßenverkehr.


Ein Projekt der Katholischen Kirchengemeinde Blankenau, dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und der LAGFA Hessen e.V. (landesweites träger­über­greifendes Netzwerk, in dem Freiwilligenagenturen, Freiwilligenzentren sowie  kommunale Einrichtungen zusammenarbeiten)

 
 

Vom 18. bis 20. Oktober 2016 führte die Blankenauer Pfarrjugend – Messdiener und Firmlinge – gemeinsam mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen der Blankenauer Asylbewerberunterkunft St. Elisabeth in der Alten Schule ein Projekt zur Förderung des gegenseitigen Kennenlernens, der Gemeinschaft und Kontaktpflege durch. Die Treffen standen unter dem Thema „Radsport und gesunde Ernährung unter Berücksichtigung der Sicherheit im Straßenverkehr“. Der Termin war günstig gewählt, denn er lag in den Herbstferien, womit die Teilnehmer/-innen halbwegs Zeit hatten, sich auf die dreitägige Veranstaltung einzulassen.

 

Die Projektgruppe hatte sich das Logo mit dem Titel „Blankenau – Die Mischung macht ´s“ gegeben. Neben dem Schriftzug zeigt das Logo drei stilisierte Personen in schwarz, blau und rot, womit die unterschiedlichen Nationalitäten, Hautfarben, Sprachen und Religionen, aber auch die unterschiedlichen Altersgruppen der Projektteilnehmer/-innen zum Ausdruck gebracht werden.

 

Am Dienstag, 18. Oktober 2016, von 14:00 bis 17:30 Uhr hat Gerhard Brink, Polizeihaupt­kommissar a. D., von der Kreisverkehrswacht Fulda, einen Workshop über die Sicherheit im Straßenverkehr geleitet. Auf dem Lehrplan standen:

 

-   Grundlegende Verkehrsregeln für Radfahrer und Fußgänger,

-   Merkmale eines verkehrssicheren Fahrrads und gesetzliche vorgeschriebene Ausstattungen,

-   Funktion und Tragweise des Fahrradhelms,

-   Helmtest mit einem rohen Hühnerei,

-   Fehler und Gefahren beim Fahrradfahren.

 

Mit Flipchart, Pinnwand, Schautafeln, Videofilmen und Experimenten hat Gerhard Brink spannend, unterhaltsam und jugendgerecht die Thematik seinen Zuhörern dargeboten. Mit kleinen Rollenspielen hat er versucht, die Jugendlichen aktiv einzubinden.

 

Gemäß der Erkenntnis des Schülers bei Goethes Faust „Denn, was man schwarz auf weiß besitzt,
kann man getrost nach Hause tragen.“ gab es zum Schluss des Workshops die wesentlichen Informationen zusammengefasst auf Flyern in deutscher, arabischer und persischer Sprache.

 

Nach dem Theorieunterricht gingen die Projektteilnehmer/-innen zur Gemeinschaftsunterkunft St. Elisabeth. Hier wurde gemeinsam Fladenbrot für den Mittwochmittag gebacken. Voller Stolz zeigten die neuen Mitbewohner ihre flinken Hände und Geschicklichkeit beim Fladenbrotformen und -backen, was für uns Einheimische unbekannt war. Obwohl das Brot eigentlich erst am Mittwoch gereicht werden sollte, konnten es die Teilnehmer sich nicht verkneifen, gleich zuzulangen und das frische Brot aus dem Backofen zu genießen.

 

Nach dem Brotbacken war Nähen angesagt. Mütter der Asylbewerberunterkunft nähten eine Kopfbedeckung zum Tragen unter dem Helm für muslimische Frauen. Die Kopfbedeckung ist leicht zu handhaben und bietet einen sicheren Sitz unter dem Helm.

 

Um 19:30 Uhr löste sich die Gruppe langsam auf, denn ein informativer aber auch lustiger Tag lag hinter den Teilnehmern/-innen.

 

Am Mittwoch, 19. Oktober 2016, von 11:00 bis 15:00 Uhr, haben Dipl.-Ökotrophologin Martina Huckemann und Zahnärztin Cornelia Hirschfeld-Jutzi in der Alten Schule über gesunde Ernährung und Zahnpflege referiert.

 

Themen waren u. a. die verschiedenen Zahntypen, Zahnarbeit, Kariesentstehung, richtige Zahnpflege, Zahnreinigung und Zahnernährung. Den Zuhörerinnen und Zuhörer wurde im Rahmen einer Präsentation gezeigt, wie Zucker von Essen und Trinken in Verbindung mit Bakterien klebrige Zahnbeläge (Plaques) und Säure entstehen lassen, die dann den Zahnschmelz angreift.

 

Wie kann der Kariesbildung vorgebeugt werden? Gutes Kauen der Nahrung fördert die Speichelbildung und damit eine Reduktion der Säurebildung. Zweimal am Tag – morgens und abends – sollen für jeweils drei Minuten die Zähne gründlich geputzt werden, das gilt selbst für Milchzähne, da geschädigte Milchzähne bereits die nachschießenden bleibenden Zähne infizieren. Die Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide und das wöchentliche Einreiben der Zähne mit Zahngel reduzieren ebenfalls die Kariesbildung.

 

Zweimal im Jahr sollte wir zur Kontrolluntersuchung zum Zahnarzt gehen, denn Vorbeugen ist besser als Bohren.

 

Anhand einer Ernährungspyramide wurde gezeigt, was für eine gesunde Ernährung gut ist: viele Milchprodukte, Obst und Gemüse, Getreideprodukte und wenig Zucker.

 

Ungesund sind gesüßte Tees, zuckerhaltige Säfte, Soft- und Energiedrinks. Erstaunt waren die Projektteilnehmer/-innen, als ihnen anhand von geleerten Getränkeflaschen, aber gefüllt mit Zuckerwürfeln gezeigt wurde, wie viel Zucker die einzelnen Getränke enthalten. Die besten Durstlöscher sind ungesüßte Tees und einfaches Wasser.

 

Nach dem Vortrag ging es zum Praxisteil über. Die Teilnehmer/-innen wurden in Gruppen eingeteilt und dann hieß es, gemeinsam ein gesundes Mittagsmahl zuzubereiten. Auf dem Menüplan standen Lachs gegart im Backofen, Rosmarinkartoffeln, frisches Gemüse der Saison und als Nachtisch Obstsalat aus frischem Obst. Dazu wurde Fladenbrot gereicht, was bereits am Vortag in der Gemeinschaftsunterkunft St. Elisabeth gebacken worden war.

 

Nach dem gemeinsamen Essen haben alle mit angepackt, die Küche wieder in ihren Ursprungszustand zu versetzen: spülen, putzen, aufräumen war angesagt, was für jeden eine Selbstverständlichkeit war - ohne Vorbehalte.

 

Am Donnerstag, 20. Oktober 2016, von 14:00 bis 17:30 Uhr stand wieder Fahrradfahren auf dem Programm, doch diesmal stand die Fahrpraxis im Vordergrund. Unter Leitung von Gerhard Brink wurden die theoretischen Grundlagen des Dienstagsworkshops in die Praxis umgesetzt.

 

Zunächst wurde im Rahmen einer Theorieprüfung die Beherrschung der Vorfahrtsregeln abgeprüft. Danach wurde auf dem Propsteiplatz ein Parcours aufgebaut, wo das Zielbremsen, das einhändige Fahren im Kreis und der Schulterblick trainiert wurden.

 

Danach fuhr die Gruppe im Gänsemarsch durch das Dorf. Ein kleiner Abstecher mit Klingelständchen wurde bei einer Projektteilnehmerin abgehalten, denn sie hatte wegen ihres Geburtstags die Schulung etwas früher verlassen.

 

Zum Abschluss wurde über die Fahrrad- und Verkehrsschulung noch kurz reflektiert, bevor dann die Teilnahmebescheinigungen der Landes- und Kreisverkehrswacht ausgehändigt wurden. Die Teilnehmer/-innen bedankten sich abschließend für die informativen und unterhaltsamen drei Tage.

 

Projektleiterin Monika Krah wünschte sich abschließend, dass die Kontakte innerhalb der Projektgruppe nicht nach kurzer Zeit versiegen mögen. Die Veranstaltung solle keine „Eintagsfliege“ bleiben, sondern nachhaltig die Kontakte untereinander intensivieren, z. B. im Rahmen von Hausaufgabenhilfe oder gemeinsamer Freiszeitgestaltung bei Sport und Spiel. Hieraus ergäben sich für alle Beteiligten in mehrfacher Hinsicht Gewinne. Wir können alle voneinander lernen, die unterschiedlichen Kulturen, Religionen und Mentalitäten können unser Leben bereichern und unsere Sozialkompetenz stärken.


Das babylonische Sprachenwirrwarr, was sicherlich ein Hemmnis im täglichen Miteinander darstellt, tritt in den Hintergrund, wenn wir uns immer wieder vor Augen halten, dass die Sprache des Herzens jeder versteht.

 

 
 

Die wichtigsten Verkehrsregeln für Fahrradfahrer in Deutschland in verschiedenen Sprachen



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